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Leitereinsatz: Häufige Fehler beim Dachaufstieg und wie Sie Absturzgefahren vermeiden

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Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht aus: Wird eine Leiter beim Dachaufstieg falsch eingesetzt, entsteht schnell eine erhebliche Absturzgefahr. In diesem Beitrag zeigen wir anhand eines Praxisbeispiels, welche Fehler beim Leitereinsatz besonders kritisch sind, wer handeln muss und warum Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Kontrolle entscheidend sind.

Warum der richtige Leitereinsatz so wichtig ist

Leitern gehören in vielen Betrieben zum Arbeitsalltag. Doch gerade beim Zugang zu Dächern kann ein fehlerhafter Leitereinsatz schwerwiegende Folgen haben. Im Rahmen einer Begehung in einem Kundenbetrieb wurde eine Situation festgestellt, bei der Handwerker Reparaturarbeiten auf einem Flachdach ausführten. Der Aufstieg erfolgte über eine angelegte Leiter.

Hinweis: Die tatsächliche Situation auf dem Bild wurde mithilfe von KI nachgestellt.

Auf den ersten Blick wirkt ein solcher Dachaufstieg oft alltäglich. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich jedoch gravierende Mängel, die sofortiges Handeln erfordern.


Leitereinsatz beim Dachaufstieg: Diese Fehler waren kritisch

Beim dargestellten Leitereinsatz traten insbesondere zwei Punkte deutlich hervor:

  • Die angelegte Leiter war zu kurz. Für einen sicheren Überstieg auf das Dach muss sie mindestens einen Meter über die Dachkante hinausragen.
  • Für die Personen bestand Absturzgefahr. Sobald Arbeiten näher als zwei Meter zur Absturzkante, hier also zur Dachkante, stattfinden oder sich Personen in diesem Bereich aufhalten, muss der Unternehmer geeignete Schutzmaßnahmen treffen.

Zu diesen Schutzmaßnahmen können zum Beispiel eine mobile Absturzsicherung oder der Einsatz von PSA gegen Absturz gehören.

Gerade beim Leiter Dachaufstieg darf nicht nur die Leiter selbst betrachtet werden. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte nach dem Überstieg sicher arbeiten können und ob der Bereich zur Absturzkante ausreichend geschützt ist.


Absturzgefahr erkennen und Schutzmaßnahmen einleiten

Ein sicherer Leitereinsatz endet nicht beim Aufstellen der Leiter. Unternehmen müssen prüfen, welche Gefährdungen während der gesamten Tätigkeit bestehen. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob Beschäftigte in der Nähe einer Absturzkante arbeiten oder sich dort aufhalten.

Wenn Arbeiten näher als zwei Meter zur Absturzkante stattfinden, sind geeignete Maßnahmen erforderlich. Unternehmen sollten daher prüfen:

  • Ist der Zugang zum Dach sicher möglich?
  • Ragt die Leiter mindestens einen Meter über die Dachkante hinaus?
  • Besteht Absturzgefahr im Arbeitsbereich?
  • Sind mobile Absturzsicherungen erforderlich?
  • Muss PSA gegen Absturz eingesetzt werden?
  • Wurden die Beschäftigten passend unterwiesen?
  • Wird die Einhaltung der Schutzmaßnahmen überwacht?

Sie sind unsicher, ob Ihre Schutzmaßnahmen ausreichen? KUECK Industries unterstützt Sie gemeinsam mit Partnern im Bereich Arbeitssicherheit, unter anderem bei Gefährdungsbeurteilungen, Begehungen und der Bewertung sicherer Arbeitsabläufe.


Wer muss beim fehlerhaften Leitereinsatz handeln?

Bei einem unsicheren Leitereinsatz sind klare Zuständigkeiten wichtig. Sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer müssen die Situation ernst nehmen.

Verantwortung des Auftraggebers beim Leitereinsatz

Der Auftraggeber muss seinem Auftragnehmer mitteilen, dass dessen Beschäftigte bei ihm tätig werden, ohne die vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten.

Ist der Auftraggeber der Meinung, dass wegen der Absturzgefahr sogar „Gefahr in Verzug“ ist, kann und muss er von seinem Hausrecht Gebrauch machen. In diesem Fall kann er das vorübergehende Einstellen der Arbeiten anordnen.

Verantwortung des Auftragnehmers beim Leitereinsatz

Der Auftragnehmer muss seine Gefährdungsbeurteilung überprüfen und die Schutzmaßnahmen entsprechend anpassen. Zudem muss er seine Beschäftigten erneut und anlassbezogen dahingehend unterweisen und ausrüsten, dass sie in die Lage versetzt werden, die übertragenen Arbeiten sicher ausführen zu können.

Außerdem muss der Auftragnehmer die Einhaltung der Schutzmaßnahmen überwachen und dokumentieren.


Sicherer Leitereinsatz braucht Kontrolle und Unterweisung

Ein einzelner Fehler beim Leitereinsatz kann ausreichen, um Beschäftigte erheblich zu gefährden. Deshalb sollten Unternehmen nicht nur auf die richtige Ausrüstung achten, sondern auch auf klare Abläufe, wirksame Unterweisungen und regelmäßige Kontrollen.

Besonders wichtig sind:

  • eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung,
  • anlassbezogene Unterweisungen,
  • geeignete Schutzmaßnahmen gegen Absturz,
  • die Überwachung der tatsächlichen Umsetzung,
  • eine nachvollziehbare Dokumentation.

KUECK Industries berät Unternehmen gemeinsam mit Partnern in den Bereichen Arbeitssicherheit, Betriebsmedizin, Brandschutz, Gefahrgut und Umweltschutz. Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre betrieblichen Abläufe beim Arbeiten in der Höhe sicher organisiert sind, sprechen Sie uns gerne an.


Fazit: Leitereinsatz nicht unterschätzen

Der richtige Leitereinsatz ist mehr als eine Formalität. Gerade beim Dachaufstieg können eine zu kurze Leiter, fehlende Absturzsicherung oder unzureichende Unterweisung schnell zu ernsten Gefährdungen führen.

Unternehmen sollten deshalb genau hinschauen: Ist der Zugang sicher? Sind die Schutzmaßnahmen passend? Wurden Beschäftigte unterwiesen? Und wird die Einhaltung kontrolliert?

Wie gehen Sie in Ihrem Unternehmen mit dem Thema Leitereinsatz und Arbeiten in der Höhe um? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen oder Fragen gerne in die Kommentare.

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