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Warum Sie eine Brandschutztür niemals unterkeilen sollten

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©KI-generiertes Bild

Eine unterkeilte Brandschutztür wirkt im Alltag oft harmlos – im Brandfall kann sie jedoch ihre Schutzfunktion verlieren. Erfahren Sie, warum das Unterkeilen einer Brandschutztür gefährlich ist, welche rechtlichen Folgen drohen und welche sichere Alternative es gibt.

Brandschutztür unterkeilen: Warum das so gefährlich ist

Man sieht sie in Krankenhäusern, Schulen, Bürogebäuden, Produktionshallen oder Pflegeeinrichtungen immer wieder: Brandschutztüren, die mit einem Holzkeil, einem Feuerlöscher oder einer Getränkekiste offengehalten werden.

Was im Arbeitsalltag als praktische Erleichterung erscheint, kann im Brandfall Menschenleben kosten und erhebliche straf- und zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen. Brandschutztüren gehören zu den wichtigsten Einrichtungen des vorbeugenden Brandschutzes.

Wer ihre Schutzfunktion außer Kraft setzt, verstößt nicht nur gegen das Brandschutzkonzept eines Gebäudes und die Brandschutzordnung seines Unternehmens, sondern übernimmt auch ein erhebliches persönliches Risiko.


Was passiert im Brandfall, wenn eine Brandschutztür nicht schließt?

Brände verlaufen heute anders als noch vor wenigen Jahrzehnten. Moderne Einrichtungsgegenstände, Kunststoffe und Dämmstoffe entwickeln bereits in der Frühphase eines Feuers große Mengen hochgiftiger Rauchgase.

Es ist allgemein bekannt, dass die meisten Brandopfer deshalb nicht durch Flammen, sondern durch Rauchvergiftungen ums Leben kommen. Bereits wenige Atemzüge können ausreichen, um das Bewusstsein zu verlieren.

Genau hier erfüllen Brandschutztüren ihre wichtigste Aufgabe.

Sie bilden sogenannte Feuer- und Rauchschutzabschlüsse und trennen einzelne Brandabschnitte voneinander. Im Brandfall schließen sie selbständig, wenn sie mit einer automatischen Feststellanlage ausgerüstet sind, und verhindern für eine definierte Zeit die Ausbreitung von Feuer und insbesondere von Rauch.

Türen ohne automatische Feststellanlage müssen geschlossen bleiben, um im Brandfall wirksam zu sein.

Dadurch bleiben:

  • Flucht- und Rettungswege länger nutzbar
  • Brandabschnitte voneinander getrennt
  • Menschen länger vor Rauch geschützt
  • Rettungs- und Löschmaßnahmen besser möglich

Warum eine unterkeilte Brandschutztür ihre Schutzfunktion verliert

Wird eine Brandschutztür mit einem Keil oder einem anderen Gegenstand offengehalten, entfällt diese wichtige Schutzfunktion vollständig.

Rauch und Feuer können sich nahezu ungehindert im Gebäude ausbreiten. Aus einem zunächst lokal begrenzten Brand kann innerhalb weniger Minuten ein Ereignis werden, das mehrere Brandabschnitte oder sogar das gesamte Gebäude betrifft.

Besonders kritisch ist dies in Gebäuden mit schutzbedürftigen Personen. In Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kindertagesstätten sind viele Menschen nicht in der Lage, ein Gebäude selbstständig oder schnell genug zu verlassen.

Gerade hier sind funktionierende Brandabschnitte von entscheidender Bedeutung.

Auch für die Feuerwehr verschlechtert sich die Situation erheblich. Ist ein Treppenraum oder ein Flur bereits verraucht, werden Rettungs- und Löschmaßnahmen deutlich schwieriger und gefährlicher.

Das Brandschutzkonzept des Gebäudes funktioniert dann nicht mehr so, wie es im Genehmigungsverfahren geplant und bauaufsichtlich zugelassen wurde.

Die DGUV bringt dies in einem aktuellen Beitrag auf den Punkt: Brandschutztüren dürfen niemals ohne zugelassene Feststelleinrichtung offengehalten werden. Andernfalls kann sich gefährlicher Rauch ungehindert im Gebäude ausbreiten – mit möglicherweise katastrophalen Folgen.


Brandschutztür unterkeilen: Welche strafrechtlichen Konsequenzen drohen?

Vielen Beschäftigten ist nicht bewusst, dass das Unterkeilen einer Brandschutztür weit mehr sein kann als ein Verstoß gegen betriebliche Anweisungen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieses Verhalten sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Hintergrund ist § 145 Absatz 2 Nummer 2 des Strafgesetzbuches (StGB). Danach macht sich strafbar, wer vorsätzlich oder wissentlich Schutzvorrichtungen beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht, die der Verhütung von Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr dienen.

Genau diese Funktion erfüllen Brandschutz- und Rauchschutztüren.

Sie sind Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes und dienen unmittelbar dem Schutz von Leben und Gesundheit. Wird ihre Funktion durch einen Keil außer Kraft gesetzt, kann dies den Tatbestand erfüllen.

Auch zivilrechtliche Folgen sind möglich

Hinzu kommen mögliche zivilrechtliche Folgen.

Kommt es zu einem Brand und wird nachgewiesen, dass eine Brandschutztür bewusst offengehalten wurde, können erhebliche Schadensersatzforderungen entstehen.

Im schlimmsten Fall geht es nicht nur um Sachschäden, sondern auch um Personenschäden oder Todesfälle.

Für Arbeitgeber ergibt sich darüber hinaus eine organisatorische Verantwortung. Sie müssen dafür sorgen, dass Brandschutzeinrichtungen bestimmungsgemäß genutzt werden.

Dazu gehören insbesondere:

  • regelmäßige Unterweisungen
  • Kontrollen
  • konsequente Reaktionen auf festgestellte Verstöße

Wer bekannte Missstände dauerhaft duldet, setzt sich ebenfalls erheblichen Haftungsrisiken aus.


Warum kann das Unterkeilen die Brandschutztür beschädigen?

Ein häufig unterschätzter Aspekt betrifft die technische Funktion der Brandschutztür selbst.

Brandschutztüren sind bauaufsichtlich zugelassene Systeme. Türblatt, Zarge, Schließer, Bänder, Dichtungen und Beschläge bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit.

Bereits kleine Veränderungen können dazu führen, dass die Tür ihre Zulassung oder zumindest ihre Schutzwirkung verliert.

Wird ein Keil regelmäßig unter das Türblatt geschoben, entstehen erhebliche mechanische Belastungen.

Der Türschließer versucht permanent, die Tür zu schließen, während der Keil diese Bewegung blockiert. Dadurch wirken dauerhaft Kräfte auf Schließer, Bänder, Dichtungen und Befestigungen, für die diese Konstruktionen nicht ausgelegt sind.

Im Laufe der Zeit kann dies zu verschiedenen Schäden führen:

  • Türblätter verziehen sich
  • Bänder lockern sich
  • Schließgeschwindigkeiten verändern sich
  • die Tür schließt nicht mehr vollständig
  • Dichtungen werden beschädigt oder verlieren ihre Funktion

Besonders problematisch ist, dass viele dieser Schäden zunächst kaum auffallen.

Im Alltag funktioniert die Tür scheinbar noch problemlos. Erst im Brandfall zeigt sich, dass sie nicht mehr vollständig schließt oder ihre Feuer- und Rauchschutzfunktion nicht mehr erfüllt.

Deshalb sehen sowohl Hersteller als auch die einschlägigen Regelwerke regelmäßige Wartungen und Funktionsprüfungen vor.

Für Feststellanlagen gelten darüber hinaus besondere Anforderungen nach DIN 14677.

Werden Türen jedoch ständig mit Keilen blockiert, können selbst regelmäßige Wartungen die entstehenden Schäden oft nicht verhindern.


Brandschutztür offenhalten: Welche sicheren Lösungen gibt es?

Der Wunsch, Brandschutztüren offen zu halten, ist häufig nachvollziehbar.

In Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Produktionsbetrieben müssen regelmäßig Personen, Betten, Rollcontainer oder Material transportiert werden. Auch in Bürogebäuden werden Türen ständig passiert.

Tipp aus der Praxis: Ärgern Sie sich nicht nur über das Offenhalten der Türen, sondern stellen Sie den dort tätigen Personen die Frage, warum sie die Tür immer wieder regelwidrig offenhalten. Oft liegt ein konkretes betriebliches Problem dahinter. Suchen Sie dann gemeinsam nach praktikablen und sicheren Lösungen für Ihr Unternehmen. Gerne helfen wir von KUECK Industries Ihnen dabei.


Feststellanlage statt Keil an der Brandschutztür

Für genau diese Anwendungsfälle wurden bauaufsichtlich zugelassene Feststellanlagen entwickelt.

Sie halten Brandschutz- und Rauchschutztüren im Normalbetrieb offen und geben sie automatisch frei, sobald Rauch erkannt wird oder die Brandmeldeanlage auslöst.

Anschließend schließt die Tür selbstständig und stellt den Brandabschnitt wieder her.

Eine moderne Feststellanlage besteht dabei aus mehreren aufeinander abgestimmten Komponenten. Dazu gehören in der Regel:

  • eine Feststelleinrichtung – häufig ein Elektromagnet
  • eine Auslöseeinrichtung
  • mindestens ein Rauchmelder
  • eine Energieversorgung

Erkennt der Rauchmelder Rauch oder wird die Brandmeldeanlage aktiviert, wird die Feststellung sofort aufgehoben und die Tür schließt selbsttätig.

Für Unternehmen lohnt sich die Investition häufig doppelt. Einerseits bleibt der betriebliche Ablauf komfortabel, andererseits wird das Brandschutzkonzept nicht beeinträchtigt.

Gerade in Bereichen mit häufigem Personen- oder Materialverkehr sind Feststellanlagen deshalb heute Stand der Technik.

➡️ Lesen Sie hierzu auch unseren Blog: „Brandmeldeanlage Ausfall: Was müssen Betreiber jetzt tun?“

Wichtig

Wo keine Feststellanlage vorhanden ist, bleibt nur eine sichere Alternative:

Die Brandschutztür muss geschlossen bleiben.


Fazit: Brandschutztür niemals mit einem Keil offenhalten

Brandschutztüren sind keine gewöhnlichen Türen, sondern sicherheitsrelevante Bestandteile des vorbeugenden Brandschutzes.

Wer eine Brandschutztür unterkeilt oder mit anderen Gegenständen offenhält, setzt ihre wichtigste Schutzfunktion außer Kraft und gefährdet damit Menschenleben.

Gleichzeitig drohen strafrechtliche, zivilrechtliche und versicherungsrechtliche Konsequenzen.

Hinzu kommt, dass das dauerhafte Verkeilen die Tür technisch beschädigen und ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Müssen Brandschutztüren aus betrieblichen Gründen regelmäßig offenstehen, ist der Einbau einer bauaufsichtlich zugelassenen Feststellanlage die richtige Lösung.

Komfort und Brandschutz schließen sich nicht aus – improvisierte Keile dagegen schon.

Die Brandschutzexperten von KUECK Industries begleiten Sie gerne dabei, die rechtskonforme Lösung zu finden. Sprechen Sie uns bitte an.


Wie gehen Sie mit unterkeilten Brandschutztüren um?

Begegnen Ihnen im Arbeitsalltag ebenfalls immer wieder Brandschutztüren, die mit Keilen oder anderen Gegenständen offengehalten werden? Oder haben Sie bereits Feststellanlagen eingesetzt, um das Problem dauerhaft zu lösen?

Teilen Sie Ihre Erfahrungen gerne in den Kommentaren. Wir freuen uns auf den fachlichen Austausch.

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