Minderjährige Auszubildende

Wenn Auszubildende das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,

dann gelten besondere Bedingungen. Die Nichtbeachtung kann nicht nur für den/die jungen MitarbeiterIn gesundheitliche Folgen haben, sondern Ihnen auch erheblichen Ärger einbringen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt alles Weitere für Sie.

Jugendlicher im Sinne des Gesetzes ist wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.

Nichts geht ohne den Arzt

Bevor Sie einen Jugendlichen eine Arbeit aufnehmen lassen, muss er gemäß § 32 JArbSchG von einem Arzt untersucht werden. Das kann auch ihr Betriebsarzt im Rahmen einer Einstellungsuntersuchung sein. Minderjährige Auszubildende dürfe eine Berufsausbildung nur beginnen, wenn innerhalb der letzten 14 Monate diese sogenannte Erstuntersuchung von einem Arzt durchgeführt wurde und dem Ausbilder eine entsprechende Bescheinigung vorliegt.
Ausnahmen hiervon bilden die Teilnahme an einem Grundbildungsjahr in schulischer Form sowie der kurzzeitige Ferienjob (Beachten Sie dazu den KI info Ferienjobber.). Ein Jahr nach Aufnahme der Berufsausbildung müssen sich minderjährige Azubis erneut untersuchen lassen. Sie müssen diesen dazu nach neun Monaten auffordern!

Arbeits- und Pausenzeit sind klar geregelt

Auch das Thema Arbeitszeit ist im JArbSchG eindeutig geregelt. Jugendliche dürfen nicht mehr als 8 Stunden arbeitstäglich zum Einsatz kommen. Die Wochenarbeitszeit beträgt maximal 40 Stunden. Sie dürfen zwar die tägliche Arbeitszeit auf bis zu 8,5 Stunden ausdehnen. Die Höchststundenzahl von 40 pro Woche darf aber dennoch nicht überschritten werden. Bei Schichtarbeit sind bis zu 10 Stunden (im Gastgewerbe 11) zulässig (§ 12 JArbSchG).
Jugendliche haben einen Anspruch auf im Voraus feststehende Pausen (§ 11 JArbSchG). Als Pause gilt jedoch nur eine Arbeitsunterbrechung mit einer Mindestdauer von 15 Minuten. Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass bei einer Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden die Pausenzeiten mindestens 30 Minuten betragen müssen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden gilt sogar eine Pause von 60 Minuten arbeitstäglich.
Übrigens: Nach Arbeits-/ Schichtende dürfen Jugendliche erst nach einer Ruhezeit von 12 Stunden wieder beschäftigt werden.
Und, die übliche Beschäftigungszeit liegt zwischen 08.00 und 20.00 Uhr. Für bestimmte Branchen gibt es hier im JArbSchG allerdings ausnahmen. Ebenso gibt es Ausnahmen für die Samstagsruhe von Jugendlichen.
Jugendliche haben eine 5-Tage-Woche und zwei freie Tage pro Woche. Diese freien Tage sollen aufeinander folgen. Wegen der Samstagsruhe nach § 16 JArbSchG werden dies in der Regel der Samstag und der Sonntag sein. Im Einzelhandel wäre aber auch der Sonntag und Montag denkbar. Mit Ausnahmen besteht auch ein Sonntagsbeschäftigungsverbot. Mindestens zwei Sonntage im Monat müssen aber frei sein.
Je jünger der Azubi ist, desto mehr Urlaub steht ihm übrigens zu. Unter 16 Jahren sind es 30 Werktage, unter 17 nur noch 27 und ab 18 werden daraus dann 25 Werktage. Am besten regeln Sie das für die gesamte Ausbildungszeit im Ausbildungsvertrag.

TIPP: Vereinbaren Sie gleich den Termin mit ihrem Betriebsarzt und nennen Sie dem Auszubildenden Datum Uhrzeit und Ort der Untersuchung.

Denn, liegt Ihnen die Bescheinigung über die Nachuntersuchung nach 14 Monaten nicht vor, müssen Sie ein absolutes Beschäftigungsverbot aussprechen. Details dazu finden Sie in § 33 JArbSchG. Dort ist u.a. geregelt, wem Sie alles davon Mitteilung machen müssen.

Besondere Beschäftigungsverbote

Für Jugendliche und Kinder gelten gemäß §§ 22 – 27 JArbSchG besondere Beschäftigungsverbote! Generell verboten sind alle Arbeiten, die das psychische oder körperliche Leistungsvermögen der Jugendlichen übersteigen. Darüber hinaus sind auch Arbeiten, die mit bestimmten erhöhten Gefährdungen verbunden sind, wie durch Schadstoffe oder Strahlung, Lärm oder gefährliche Maschinen (Kreissäge) davon betroffen. Ausnahmen sind zulässig, wenn dies zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich ist. Beachten Sie dazu unbedingt den § 22 JArbSchG.

BEISPIEL: Einen angehenden Schreiner dürfen Sie an der Tischkreissäge ausbilden. Aber nur dann, wenn ein erfahrender Ausbilder (Geselle) eingriffsbereit daneben steht. Es reicht nicht, wenn sich dieser im selben Raum befindet und mit anderen Aufgaben beschäftigt ist.

Besondere Regelungen für die Unterweisung

Neben dem Umstand, dass Sie für die Beschäftigung von Jugendlichen natürlich eine Gefährdungsbeurteilung benötigen, gelten auch besondere Regelungen hinsichtlich der Unterweisung.
Sie als Arbeitgeber müssen Jugendliche vor Beginn der Beschäftigung und bei wesentlicher Änderung der Arbeitsbedingungen über die Unfall- und Gesundheitsgefahren über die Schutzeinrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung von Gefahren unterweisen. Das gilt für alle Arbeitnehmer.
Jugendliche müssen Sie aber vor der erstmaligen Beschäftigung an Maschinen oder gefährlichen Arbeitsstellen oder auch vor Arbeiten, bei denen sie mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Berührung kommen, über die besonderen Gefahren dieser Arbeiten unterweisen. Diese Unterweisung muss das erforderliche Verhalten zum Schutz der Jugendlichen besonders hervorheben.
Achtung! Unterweisungen von Jugendlichen sind in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch halbjährlich, zu wiederholen und zu dokumentieren.
Binden Sie hierbei unbedingt den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Planung, Durchführung und Überwachung der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Beschäftigung Jugendlicher geltenden Vorschriften mit ein.

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