Corona-Virus im Betrieb

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation rund um das Corona-Virus auf Ihren Unternehmensalltag und die Arbeits-situation in Ihrem Betrieb?

Seit Beginn der Corona-Krise informieren wir Sie mit KI info darüber, was Sie in Ihrem Betrieb zum Schutz Ihrer Beschäftigten und Ihres Unternehmens unternehmen können. Am 14.10.2020 haben die Bundeskanzlerin und die RegierungschefInnen der Länder getagt und versucht, den Flickenteppich der Corona-Schutzmaßnahmen zu vereinheitlichen.

Diese Ausgabe von KI info ist daher eine vollständig neue Fassung. In ihr spiegeln sich das aktuelle Geschehen, die Beschlüsse vom 14.10.2020 und die inzwischen veröffentlichte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel wieder. Die Ausgabe berücksichtigt den Umstand, dass die Infektionszahlen in Deutschland und Europa täglich steigen.

Das Team von KUECK Industries versucht Ihnen auch mit dieser Ausgabe wieder Handlungshilfen und Empfehlungen an die Hand zu geben. Individuelle Anpassungen an die Lage bei Ihnen vor Ort und Ihren Betrieb sind dabei unabdingbar. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte von KUECK Industries helfen Ihnen gerne weiter.

Beachten Sie die regionalen Regelungen

Für viele Betriebe und Tätigkeiten gibt es klar definierte, länderspezifische Regelungen, teilweise heruntergebrochen bis auf die Ebenen der Städte und Landkreise. Diese müssen Sie beachten. Klären Sie, welche Regelungen gerade bei Ihnen vor Ort gelten.

Die nachfolgend betrachtete SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel weist ausdrücklich darauf hin, dass andere Lösungen zum Schutz der Beschäftigten bei abweichenden Rechtsvorschriften der Länder zum Schutz der Beschäftigten sogar vorrangig in Betracht kommen können.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel

das Maß aller Regelungen am Arbeitsplatz

Am 20.08.2020 wurde die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass diese Regel u.a. den Stand der Technik widerspiegelt und deswegen nach § 4 ArbSchG zwingend bei der Gefährdungsbeurteilung und Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen ist. Nachfolgend orientiert sich KI info an dieser Regel.

Wie verbindlich ist die Regel?

Die Einhaltung der Regel führt dazu, kann der Arbeitgeber davon ausgehen kann, die Anforderungen aus den Verordnungen zum Arbeitsschutz erfüllt zu haben. Wählen Sie als Arbeitgeber eine andere Lösung, müssen Sie damit jedoch mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten herstellen.

Grundlage ist die Gefährdungsbeurteilung

Jede/r Unternehmer/in muss eine Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG erstellt haben und auf dem Laufenden halten, die sich mit der Gefahr durch das SARS-CoV-2-Virus auseinandersetzt.

  1. Haben Sie Ihre Gefährdungsbeurteilung erstellt bzw. aktualisiert und dabei die Corona-Lage berücksichtigt? Haben Sie Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt?Nach der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel (Nr. 2.1 Abs. 2) muss dabei derzeit davon ausgegangen werden, dass SARS-CoV-2 vorrangig und mit hoher Ansteckungsrate über luftgetragene Tröpfchen (Aerosole) aus den Atemwegen Infizierter auf weitere Personen übertragen wird. Derzeit gelten als Eintrittspforten exponierte Schleimhäute (Mund, Nase, Augen). Die Übertragung findet demnach vor allem bei räumlicher Nähe zu einem Virenausscheider statt, also beispielsweise bei normalen Gesprächsabstand oder darunter. Die Übertragung über kontaminierte Oberflächen und Hände wird, zwar nur mit geringerem Risiko, nicht gänzlich ausgeschlossen und muss ebenfalls in Betracht gezogen werden.
  2. Haben Sie all das dokumentiert und sich dabei fachkundig von Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder Ihrem Betriebsarzt beraten lassen?
    Beachten Sie, alles was nicht schriftlich dokumentiert ist, existiert nach den Arbeitsschutzvorschriften nicht. Beachten Sie auch, dass Gefährdungsbeurteilungen fachkundig begleitet und/oder durchgeführt werden müssen. Dazu benötigen Sie die Fachkraft für Arbeitssicherheit und/oder den Betriebsarzt (Nr. 3 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel).Unsere Kollegen sind jederzeit und auch vor Ort unter Beachtung der Hygienevorschriften für Sie da. Fordern Sie jetzt direkt Ihren Termin an oder buchen Sie ihn über unsere Webseite.
  3. Haben Sie die Arbeitnehmervertreter bei der Gefährdungsbeurteilung eingebunden?
    Der Prozess der Gefährdungsbeurteilung ist nach Nr. 3 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel unter Einbeziehung der Beschäftigtenvertretungen oder, falls diese nicht vorhanden sind, mit den Beschäftigten durchzuführen. Geeignete Gremien für den Austausch und die Abstimmung sind der Arbeitsschutzausschuss oder eingesetzte Epidemie- oder Krisenstäbe.
  4. Haben Sie dabei besonders schutzbedürftige Personen(gruppen) wie Schwangere und andere Vorerkrankte berücksichtigt?Als Arbeitgeber müssen Sie prüfen, ob und inwieweit für besonders schutzbedürftige Beschäftigte zusätzlich zu den allgemein gültigen Maßnahmen noch individuelle Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung durch Beschäftigte oder Dritte zu treffen sind.Bezüglich des Schutzes für Schwangere ist der § 10 des Mutterschutzgesetzes zu beachten, der die Berücksichtigung des Mutterschutzes im Rahmen der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG und die erneute individuelle Gefährdungsbeurteilung nach Mitteilung einer Schwangerschaft zum Inhalt hat.

Die Unterweisung ist notwendig

Nach § 12 ArbSchG müssen Sie die Beschäftigten unterweisen und dies dokumentieren. Das gilt jetzt ganz besonders im Hinblick auf die bei Ihnen umzusetzenden Schutzmaßnahmen.

Darüber hinaus sind Beschäftigte nach § 15 ArbSchG zur Mitwirkung verpflichtet. Deren notwendiges Mitwirken bei der Umsetzung und Einhaltung der verhaltensbezogenen Maßnahmen macht es somit unbedingt erforderlich, dass diese ein Sicherheitsbewusstsein entwickeln und dieses aufrechterhalten (siehe Plakat am Ende dieser Ausgabe). Gleiches gilt für Beschäftigte von Fremdfirmen, für Leiharbeitnehmer und Beschäftigte, die im Rahmen von Dienst- oder Werkverträgen tätig sind. Auch diese müssen Sie einbinden.

Mindestens 1,5 m Abstand halten

Abweichend von den sonst geltenden Arbeitsschutzregeln soll die Einhaltung der Abstandsregel während der Pandemie auch am Arbeitsplatz gewährleistet sein. Am besten ist es, wenn Sie Arbeitsplätze in Arbeitsstätten so anordnen, dass zwischen den anwesenden Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 m eingehalten werden kann. Die Regel empfiehlt folgenden Maßnahmen:

  1. Änderung des Mobiliars oder seiner Anordnung,
  2. Nutzung weiterer für die Tätigkeit geeigneter Flächen und Räume.

Beachten Sie: Die Abstandsregel gilt auch in Sanitärräumen, Pausenräumen und Kantinen. Unter Nr. 4.2.2 gibt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel entsprechende Empfehlungen.

Achtung Aufzüge

Die Verwendung von Aufzügen muss wegen der begrenzten Lüftungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Personenzahl zur Einhaltung der Abstandsregel beschränkt werden. Ist dies nicht möglich, sind Mund-Nase-Bedeckung/Alltagsmasken (MNB) oder medizinische Gesichtsmasken zu tragen.

Abtrennung als Alternative/ Ergänzung

Kann der Abstand von 1,5 m zwischen den Arbeitsplätzen aus betriebstechnischen Gründen nicht sicher eingehalten werden und sind zur Arbeitsausführung nicht nur einzelne Kurzzeitkontakte der Beschäftigten notwendig, müssen Sie nach der Regel als technische Maßnahme Abtrennungen installieren. Abtrennungen aus transparentem Material haben sich dabei bewährt.

Nach der Regel muss der obere Rand der Abtrennung für Sitzarbeitsplätze mindestens 1,5 m über dem Boden, für Steharbeitsplätze sowie bei Sitzarbeitsplätzen mit stehenden Kunden mindestens 2 m über dem Boden enden.

KUECK Industries empfiehlt trotzdem auch hinter dem Schutzschild bei Kundenkontakt eine Maske zu tragen, da Aerosole sich auch oberhalb und um diese Schutzschilde herum verteilen und zu einer Infektion führen können.

Alltagsmasken ergänzen den Schutz

Können Sie durch technische und organisatorische Schutzmaßnahmen die Gefährdung einer Infektion bei der Arbeit nicht minimieren, müssen Sie individuelle Schutzmaßnahmen umsetzen. Diese können die Anwendung von Mund-Nase-Bedeckung/ Alltagsmasken (MNB), medizinischen Gesichtsmasken, filtrierenden Halbmasken und Gesichtsschutzschilden umfassen.

Beachten Sie: Die jeweiligen produktbezogenen Anweisungen zum Anlegen, Ablegen sowie zur Reinigung sind anzuwenden und die betroffenen Personen darin zu unterweisen.

Im Berufsleben gilt, wenn der Mindestabstand von 1,50 m nicht gewahrt werden kann, müssen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Mund-Nasen-Schutz oder Community-Maske getragen werden.

Häufiges Lüften reduziert das Infektionsrisiko

Als Hauptauslöser für eine Infektion gelten die Aerosole in der Luft. Durch verstärktes Lüften kann die Konzentration von möglicherweise in der Raumluft vorhandenen virenbelasteten Aerosolen reduziert werden. Verstärktes Lüften kann insbesondere auf folgende Weisen erreicht werden:

  1. durch eine Erhöhung der Frequenz und eine Ausdehnung der Lüftungszeiten des Fensterlüftens oder
  2. durch eine Erhöhung des Luftvolumenstroms raumlufttechnischer Anlagen (RLT).

Die SARS-CoV-2-Regel empfiehlt in Büroräumen alle 60 Minuten und in Besprechungsräumen alle 20 Minuten für 3 – 10 Minuten Stoß zu lüften. Die Arbeitsschutzexperten von KUECK Industries empfehlen auch in Büroräumen den Lüftungstakt auf 2 – 3 Lüftungszeiten pro Stunde zu erhöhen, auch im Winter.

Besprechungen und Schulungen

Besprechungen, Schulungen und Unterweisungen sind unter Beachtung der jeweils geltenden Hygienevorschriften der Länder erlaubt und werden auch von KUECK Industries und Partnern wieder durchgeführt.

Für Besprechungen muss individuell geprüft werden, ob sie „face to face“ notwendig sind und sicher durchgeführt werden können. Besprechungen können zum Beispiel auch telefonisch oder per Videokonferenz durchgeführt werden. Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) schreibt zum Beispiel nicht vor, dass eine Sitzung des Arbeitsschutzausschusses (ASA) „face to face“ durchgeführt werden muss. Eine ASA-Sitzung per Video oder Telefon ist somit zulässig.

Besprechungsräume sind zusätzlich bereits vor der Benutzung zu lüften, insbesondere dann, wenn sich zuvor andere Personen dort aufgehalten haben.

Beachten Sie: Unterweisungen können nicht mit der Begründung „Corona“ ausgesetzt oder verschoben werden, da die Arbeitsschutzvorschriften nicht aufgehoben sind.

Betrieb raumlufttechnischer Anlagen (RLT)

Das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 über RLT-Anlagen wird von der Regel als insgesamt gering eingestuft, wenn diese über geeignete Filter verfügen oder einen hohen Außenluftanteil zuführen. Die Regel empfiehlt, RLT-Anlagen während der Betriebs- oder Arbeitszeiten nicht abzuschalten.

Raumlufttechnische Anlagen, die Frischluft von außen ins Gebäude holen (gekühlt oder gewärmt), sorgen neben dem Lüften für einen sicheren Luftaustausch. Der ständige/häufige Luftaustausch sorgt nach aktuellen Erkenntnissen für eine Reduktion der Aerosole und damit auch des Infektionsrisikos im Raum (linkes Bild: blaue Frischluft wird zugeführt, rote Abluft abgeführt).

Im Gegensatz dazu sind raumlufttechnische Anlagen zu betrachten, welche die Raumluft nur im Kreis pumpen (rechtes Bild: Luft wird im Raum abgezogen, gekühlt oder gewärmt und ungefiltert wieder zurückgepumpt).

Beachten Sie: Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen, die nicht über eine geeignete Filtration verfügen, ist gemäß SARS-CoV-2-Regel zu vermeiden, soweit dies aus technischen Gründen möglich ist. Dadurch soll vermieden werden, dass Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, dem Raum wieder zugeführt und aufkonzentriert werden. Ausgenommen davon sind Räume mit Einzelbelegung.

TIPP:
Unter anderem N-TV berichtet darüber, dass die Frankfurter Goethe Universität die Wirksamkeit von Luftreinigern mit HEPA-Filtern (H13) in Klassenzimmern getestet hat. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Luftreiniger die Virenlast deutlich senken können. Allerdings stehen dem hohe Kosten für die Anschaffung gegenüber. Und außerdem ersetzen die Geräte das Lüften nicht (s.u.).

CO2-Gehalt in der Raumluft als Indikator

Die Überprüfung der Qualität der Raumluft kann durch eine CO2-Messung als Indikator erfolgen. Unter normalen Bedingungen soll nach der Technischen Regel ASR A3.6 eine CO2-Konzentration von maximal 1.000 ppm erreicht werden.

In der Zeit der Corona-Pandemie muss dieser Wert soweit wie möglich unterschritten werden. KUECK Industries hat die Erfahrung gemacht, dass bei regelmäßigem Lüften (s.o.) Werte zwischen 500 und 800 ppm – je nach Raumbelegung – möglich sind.

Gerne bringen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit exemplarisch ein Messgerät zu Testzwecken mit zu Ihnen. Sprechen Sie Ihren Betreuer an.

Home-Office soweit möglich

Zu empfehlen ist dies (Nr. 4.2.1 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel). Sie können unter Beachtung der Hygieneaspekte und auf Grundlage Ihrer Gefährdungsbeurteilung über eine geordnete Rückkehr in den Büroalltag nachdenken und diesen auf den Weg bringen. Letztlich ist es Ihre Risikoabwägung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.

Beachten Sie:

Eine infizierte Person kann schnell einen ganzen Standort infizieren, wenn die Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden. Die Folge kann eine behördliche Standortschließung sein.

Sofern es sich nicht um Telearbeit mit entsprechend eingerichteten Arbeitsplätzen in den Wohnräumen des/der Beschäftigten handelt, sprechen wir bei kurzzeitigem Arbeiten zuhause von „mobilem Arbeiten“.

Dieses vorübergehende oder gelegentliche mobile Arbeiten darf nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) auch am Laptop und Küchentisch ausgeübt werden. Erst wenn dies zur Regel wird, muss vom Arbeitgeber sichergestellt werden, dass der Arbeitsplatz im Homeoffice entsprechend den Anforderungen der ArbStättV eingerichtet ist.

Aber vergessen Sie nicht: auch für mobiles Arbeiten benötigen Sie eine Gefährdungsbeurteilung. Sie sind in der Pflicht, Ihre Beschäftigten im Hinblick auf richtiges und sicheres mobiles Arbeiten sowie den dort bestehenden gesetzlichen Unfallversicherungsschutz zu unterweisen. All das muss dokumentiert sein.

Sprechen Sie mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit, damit Sie auch in Corona-Krisen-Zeiten rechtskonform aufgestellt sind.

Neben den technischen Herausforderungen, die Home Office-Arbeit mit sich bringt, bleiben auch in diesen Zeiten rechtliche Vorgaben bestehen, insbesondere zum Datenschutz. Häufig haben Unternehmen keine Regelungen zum Datenschutz und zur Wahrung von Geschäftsgeheimnissen für Home Office-Arbeitsplätze, weil dies bisher nicht erforderlich war.

Gerne sind Ihnen die Datenschutzexperten von KUECK Industries dabei behilflich, kurzfristig die passenden Dokumente zu erstellen. Sollten Sie zudem innerbetriebliche Maßnahmen erwägen, die datenschutzrechtlich relevant sind, z.B. Erstellung und Speicherung von Notfalllisten, Fragen nach Reisegebieten zwecks Risikoabschätzung etc., sprechen Sie uns an.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz (BfDI) hat für Unternehmen datenschutzrechtliche Fragen und Antworten zusammengestellt. Diese finden Sie hier.

Dienstreisen

Nach der SARS-CoV-2-Regel ist die Zahl der Beschäftigten, die durch Dienstreisen einem zusätzlichen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, auf das für die Erfüllung der Arbeitsaufgabe notwendige Maß zu begrenzen.

Auch innerhalb Deutschlands gibt es inzwischen Regionen mit hohen Infektionszahlen. Einzelne Bundesländer haben Reisebeschränkungen festgelegt. Sie müssen in jedem Einzelfall

  1. prüfen, ob die Reise für die Erfüllung der Arbeitsaufgabe notwendig ist,
  2. ermitteln, ob anstelle einer Reise auch elektronische Kommunikationsmedien in Frage kommen können,
  3. welche regionalen Regeln für die Reise gelten.

Reiseverbote aus Deutschland heraus in andere Länder gibt es aktuell keine. Allerdings warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in bestimmte Risikogebiete in gefährdeten Ländern und Regionen. Von Reisen in Risikogebiete rät des RKI weiterhin ab. Reise- und Sicherheitshinweise finden Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes.

Personen, die aus solchen Risikogebieten zurückkehren, müssen sich an die länderspezifischen Regelungen für Reiserückkehrer halten.

Beachten Sie: Vor Auslandsreisen in Länder außerhalb der EU kann generell eine arbeitsmedizinische Vorsorge erforderlich sein. Fragen Sie im Zweifel Ihren Betriebsarzt.

Sofern eine ausreichende Handhygiene mit Wasser und Seife während einer Dienstreise nicht sichergestellt werden kann, müssen Sie alternative Maßnahmen bereitstellen, zum Beispiel geeignetes Handdesinfektionsmittel.

TIPP:
Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ können ebenfalls verwendet werden. (Quelle: RKI)

Gemeinsame Fahrzeugnutzung

Hierzu hat die SARS-CoV-2-Regel klare Hinweise:
Auch bei der gemeinsamen Nutzung von Fahrzeugen bei Dienstreisen muss der Mindestabstand eingehalten werden. Die Personenzahl in Fahrzeugen ist dementsprechend zu begrenzen. Kann die Abstandsregel nicht umgesetzt werden, sind Abtrennungen zu installieren oder personenbezogene Schutzmaßnahmen (mindestens MNB) umzusetzen. Ist dies wegen rechtlicher Vorgaben zum Beispiel im Verkehrsrecht für den Kraftfahrer nicht möglich, sind von den die Abstandsregel nicht einhaltenden Mitfahrern FFP-Halbmasken ohne Ausatemventil während der Fahrt zu tragen.

Trennen Sie Gruppen – Schichtsysteme schaffen/anpassen

Achten Sie bei der Aufstellung von Schichtplänen und Arbeitsgruppen auf eine Verringerung wechselnder innerbetrieblicher Personenkontakte. Reduzieren Sie diese möglichst auf dieselben Personen in gemeinsamen Schichten bzw. Arbeitsgruppen. Auch die Zahl der Personen in einer Schicht bzw. Arbeitsgruppe soll auf das notwendige Maß reduziert werden.

So erreichen Sie eine gute Nachverfolgbarkeit und reduzieren das Übertragungsrisiko in Ihrem Unternehmen. Fällt eine Schichtgruppe wegen einer Infektion aus, steht Ihnen die andere Gruppe immer noch redundant zur Verfügung.

Reduzieren Sie den Zugang für betriebsfremde Personen

Betriebsfremde Personen in Ihren Räumen können das Infektionsrisiko deutlich erhöhen. Zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos beim Zutritt betriebsfremder Personen in Arbeitsstätten wird empfohlen, die folgenden Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Nutzung von elektronischen Medien zur Kontaktaufnahme, wo dies zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe möglich ist,
  2. Einsatz von Abtrennungen, wenn die Abstandsregel zwischen Personen nicht eingehalten werden kann (zum Beispiel transparente Abtrennungen bei Publikumsverkehr),
  3. Begrenzung der Zahl gleichzeitig anwesender betriebsfremder Personen, so dass die Abstandsregel zwischen Personen (auch zu Beschäftigten) eingehalten werden kann,
  4. Verwendung von MNB oder medizinischen Gesichtsmasken, wenn die Abstandsregel nicht einzuhalten ist und wirksame Abtrennungen zwischen Personen nicht durchgängig vorhanden sind.

Soweit es sich nicht nur um Kurzzeitkontakte handelt, sollen Sie betriebsfremde Personen hinsichtlich der Schutzmaßnahmen in Ihrem Betrieb vor Ort in geeigneter Weise informieren. Es wird empfohlen, dabei auf örtliche Gegebenheiten sowie Möglichkeiten zur Nutzung von Sanitäreinrichtungen und zur Handhygiene für Betriebsfremde hinzuweisen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge und sicherheitstechnische Betreuung

Beachten Sie:

Eine Terminabsage für die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung mit der Begründung der Corona-Situation ist nicht rechtskonform!

Das BMAS weist ausdrücklich darauf hin, dass arbeitsmedizinische Vorsorgen unter Beachtung der Hygienevorschriften für Ärzte weiterhin durchgeführt werden können. Beratungen sind nach Auffassung des BMAS auch telefonisch oder per Video zulässig.

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte von KUECK Industries haben ihre Arbeit nach dem Lockdown wieder vollumfänglich aufgenommen und beachten dabei die Hygieneaspekte.

KUECK Industries bietet allen Kunden darüber hinaus die Beratung per Telefon und Video, Chat sowie Telefonkonferenz und Videokonferenz ohne Mehrkosten an.

Über unsere Internetseite können Sie die digitale Beratung jederzeit direkt buchen. Klicken Sie hier oder geben Sie diesen Link ein: https://ki-consulting.eu/digitale-beratung/.

Regeln Sie jetzt den Umgang mit Verdachtsfällen und Erkältungskrankheiten

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel verlangt von jedem Unternehmer, einen Handlungsplan für den Umgang mit Verdachtsfällen zu haben. Die Arbeitsschutzexperten von KUECK Industries empfehlen, darüber hinaus in diese Überlegungen auch die Möglichkeit der Erkrankung an einer Grippe oder Erkältung zu berücksichtigen. Im Anhang finden Sie ein beispielhaftes Handlungsschema.

Fragen, Antworten, Tipps und Hinweise

Nachfolgend haben wir für Sie noch einige Fragen und Antworten sowie Tipps und Hinweise zusammengestellt, die uns im Alltag regelmäßig gestellt werden. Damit können und wollen wir nicht den – im Zweifel einzuholenden – Rat des örtlichen Gesundheitsamtes oder anderer Ordnungsbehörden ersetzen. Gerne wollen wir Ihnen bei der Bewertung helfen.

Dürfen FFP2/FFP3 Masken im Arbeitsalltag mehrfach verwendet werden?

FFP2- und FFP3-Masken sind – wenn vom Hersteller nicht anders gekennzeichnet – Einwegprodukte und somit nur für den Einmalgebrauch freigegeben.

Das RKI hatte eine vorläufige, bis zum 31.08.2020 gültige Handlungsempfehlung herausgegeben, die ein Abweichen davon unter bestimmten Bedingungen zulässt. Danach ist eine Mehrfachverwendung von FFP2-/ FFP3-Masken zulässig, wenn eine sichere Handhabung gewährleistet ist.

In dieser Handlungsempfehlung heißt es u.a.:

Die Wiederverwendung von FFP-Masken bzw. von MNS erfordert eine sichere Handhabung. Bei Nichteinhaltung steigt das Infektionsrisiko für Beschäftigte. Bitte beachten Sie, dass die folgend beschriebenen Maßnahmen zur Wiederverwendung daher nur auf ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden sind, wenn FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Folgende Ausschlüsse der Wiederverwendung werden genannt:

  • Der Einsatz von MNS bei operativen Eingriffen erfolgt unverändert.
  • Ebenfalls unbenommen ist der sofortige Wechsel des MNS bzw. der FFP-Masken bei (vermuteter) Kontamination bzw. Durchfeuchtung.
  • Bei MNS und FFP-Masken erfolgt die patientenbezogene oder patientenübergreifende Wiederverwendung während einer Schicht nur durch dieselbe Person.
  • Weiterverwendung (patientenbezogene oder patientenübergreifende) der MNS und FFP Masken während einer Schicht nur durch dieselbe Person.
  • Bei FFP-Atemschutzmasken erfolgt KEINE Wiederverwendung bzw. Weiterverwendung nach Tätigkeiten an infektiösen Patienten mit ausgeprägter Exposition zu Aerosolen, z.B. Bronchoskopie.

Folgende Regeln müssen für eine sichere Wiederverwendung eingehalten werden:

  • Das Absetzen der Maske/ des MNS hat so zu erfolgen, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z.B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z.B. Mehrfachhandschuhe).
  • Nach dem Absetzen der Maske/des MNS sollte diese trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und zwischengelagert werden, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden.
  • Ein abgegrenzter Bereich ist festzulegen, um eine sichere, für Publikumsverkehr nicht zugängliche Ablagemöglichkeit für die Maske/des MNS zu schaffen, so dass diese wiederverwendet werden kann.
  • Die Handschuhe sind nach der Aufbewahrung der Masken fachgerecht zu entsorgen und die Hände zu desinfizieren.
  • Die gebrauchte Maske/der gebrauchte MNS ist eindeutig einer Person zuzuordnen, um ein Tragen durch andere Personen auszuschließen (z.B. Markieren der Masken am Halteband).
  • Benutzte Einweg-FFP Masken/MNS sind nicht mit Desinfektionsmittel zu reinigen oder zu desinfizieren, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.
  • Beim erneuten Anziehen des MNS/der Maske ist darauf zu achten ist, dass eine Verschleppung der Erreger von der kontaminierten Außenfläche auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses ist daher zu vermeiden.
  • Beim erneuten Aufsetzen sind hygienisch einwandfreie, unbenutzte Handschuhe zu tragen und die Handschuhe vor erneutem Patientenkontakt zu entsorgen.
  • Masken/MNS, deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise kontaminiert wurden, dürfen nicht mehr verwendet werden.
  • Der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, ist unmittelbar nach Entnahme der Maske/des MNS sachgerecht zu desinfizieren.
  • Der Einsatz von wiederverwendbaren Atemschutzmasken mit austauschbaren Partikelfiltern ist eine Alternative zum Ressourcenschutz.

Auf der Basis der Gefährdungsbeurteilung müssen Sie als Unternehmer entscheiden, ob Sie eine Mehrfachverwendung verantworten und ordnungsgemäß sicherstellen können.

Die komplette Handlungsanleitung des RKI finden Sie hier. Filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil schützen nur den Träger (Eigenschutz) und sind deshalb für den gegenseitigen Infektionsschutz (Fremdschutz) nicht geeignet.

Können wir uns auf diese und zukünftige Situationen besser vorbereiten?

Unternehmen sollten generell Planungen für ein betriebliches Kontinuitäts-management (BCM – business continuity management) haben.

Dazu gehören auch Pandemiepläne. Genauso wichtig ist es aber, kritische Infrastrukturen, Prozesse und für den Betrieb, betriebsnotwendige Personen zu identifizieren und Maßnahmen zu deren Schutz festzulegen. Nur so vermeiden Sie im schlimmsten Fall einen kostenintensiven Betriebsstillstand.

Das hat nicht nur etwas mit der aktuellen Corona-Lage zu tun. Davon abgesehen wird unsererseits dringend dazu geraten, jetzt Planungen für den kommenden Herbst und Winter zu treffen, wenn möglicherweise Symptome von COVID-19 und einer Grippe nicht mehr einfach auseinandergehalten werden können.

Die Experten von KUECK Industries können hier weiterhelfen. Über unsere Internetseite können Sie die digitale Beratung jederzeit direkt buchen. Klicken Sie hier oder geben Sie diesen Link ein: https://ki-consulting.eu/digitale-beratung/.

Kann der Arbeitgeber von Beschäftigten einen Corona-Test verlangen?

Hierzu gibt es umfangreiche Einlassungen von Fachanwälten. Daher empfehlen die Experten von KUECK Industries, sich im Zweifel anwaltlich beraten zu lassen.

Nach unseren Erfahrungen gilt, dass gemein hin anlasslos kein Test oder eine Temperaturmessung bei einer beschäftigten Person des Unternehmens verlangt werden darf. Es müsste ein berechtigtes Interesse geltend machen können, zum Beispiel weil er vor der Urlaubsperiode angekündigt hat, dass Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, sich einem solchen Test unterziehen müssen – das ist jetzt aber auch durch den Gesetzgeber geregelt.

Außerdem können auch arbeits- oder tarifvertragliche Regelungen eine entscheidende Rolle spielen. Darf der Chef den Test anordnen, muss er ihn auch bezahlen. Das Ergebnis unterliegt jedoch wieder der ärztlichen Schweigepflicht, es sei denn der Beschäftigte hat der Übermittlung ausdrücklich zugestimmt.

Anders stellt sich das bei Externen, zum Beispiel Fremdfirmen dar. Dort kann der Unternehmer die Erlaubnis zum Betreten seines Geländes kraft Hausrecht durchaus an eine Temperaturmessung, Auskunft o.ä. knüpfen.

Weitere Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen zu Corona liefern zum Beispiel die Internetseiten der Industrie- und Handelskammern, hier die Kammer im Nordschwarzwald.

Dürfen wir Ventilatoren einsetzen?

Das ist schwer zu pauschalieren. Die meisten Experten raten davon ab. Wenn im Sommer alle Fenster geschlossen sind, kann das nach unserer Auffassung problematisch sein. Aktuell gehen die Virologen davon aus, dass Aerosole (sehr kleine Tröpfchen, die so klein und leicht sind, und deswegen eine ganze Weile in der Luft schweben) eine der Hauptansteckungsquellen für COVID-19 sind. Ein laufender Ventilator wirbelt diese Aerosole wunderbar durch die Gegend. In einem Raum, in dem sich mehrere Personen aufhalten, atmet dann auch jeder diese Aerosole ein. Damit kann man sich potenziell anstecken und krank werden.

Wenn Ventilatoren so positioniert sind, dass sie Frischluft in den Raum hereinblasen, können Sie zur Erhöhung des Luftaustausches beitragen und nach Meinung einzelner Virologen durchaus auch positiv sein.

Krankschreibungen wieder telefonisch möglich

Befristet bis zum Ende des Jahres dürfen Ärzte wieder die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) telefonisch ausstellen, wenn es sich bei der Erkrankung eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. Dabei gilt eine Obergrenze von maximal 14 Tagen in mindestens zwei Schritten von je 7 Tagen. Erst nach Ablauf der 14 Tage müssen ArbeitnehmerInnen wieder persönlich beim Arzt vorstellig werden, wenn sie unter einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege leiden.

KUECK Industries empfiehlt die CORONA WARN-APP

Die CORONA WARN-APP soll dabei helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Je mehr Menschen diese nutzen, desto hilfreicher ist sie.

Fragen und Antworten zur App seitens der Bundesregierung finden Sie hier.

Die Beschäftigten von KUECK Industries dürfen die CORONA WARN-APP auf ihren dienstlichen Smartphones nutzen. Die Einrichtung auf den privaten Endgeräten wurde den Beschäftigten empfohlen.

Für alle Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz wenden Sie sich bitte an Ihre Ansprechpartner/in als Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt unter den Ihnen bekannten Kontaktdaten. Gerne helfen die Experten von KUECK Industries Ihnen weiter.

KUECK Industries bietet allen Kunden die datenschutzkonforme Beratung per Telefon und Video, Chat sowie Telefonkonferenz und Videokonferenz ohne Mehrkosten an.

Über unsere Internetseite können Sie die digitale Beratung jederzeit direkt buchen. Klicken Sie hier oder geben Sie diesen Link ein: https://ki-consulting.eu/digitale-beratung/.

Sie erreichen uns 24/7 telefonisch unter 0800 400 88 404 oder
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02327 399990

Für eine Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anwalt.

Hilfreiche Regeln auf einen Blick

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